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Wirklich Geld Sparen in der Schweiz – Der Ultimative Guide 2020

Lesezeit: 8 Minuten

Motivation

In diesem Artikel möchte ich allen Schweizern und denen die es werden wollen meine bisherigen Erfahrungen mitteilen, wie man am besten Geld sparen kann. Ich glaube dies ist zum einen sicherlich ein Thema für viele Leute, die überlegen in die Schweiz zu kommen, aber Angst vor den hohen kosten haben. Zum anderen aber sicher auch für viele Schweizer und Leute, die schon im Land leben und vielleicht am Ende etwas mehr von ihrem hart erarbeiteten Geld übrig behalten wollen.

Dass die Schweiz teuer ist, ist nicht an den Haaren herbeigezogen und wird immer wieder in diversen Rankings belegt. Auch, wenn ich jetzt keinem einzelnen Ranking vertrauen würde, wie teuer es genau ist, so ist es doch recht sicher, dass grosse Schweizer Städte weiter vorne sind. Laut einer Statistik der Firma Numeo, welche sich auf den Vergleich von Lebenshaltungs- und Mietkosten auf der ganzen Welt spezialisiert hat, sind die sechs teuersten Städte der Welt allesamt in der Schweiz. Angeführt wird diese Liste von Zürich und fünf weiteren Schweizer Städten gefolgt von New York City.

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Top 20 teuerste Städte weltweit © Numbeo

Da ich vor meinem Umzug schon etwas Sorge hatte, ob sich ein ordentliches Leben bestreiten lässt, habe ich mich auf die Suche gemacht nach Tipps und Tricks zum Geld sparen. Ich habe versucht herauszufinden, wie man denn auch mit etwas weniger Geld gut über die Runden kommt, ohne sich dabei gänzlich einschränken zu müssen und auf die absolut phänomenale Lebensqualität hier in der Schweiz verzichten zu müssen.

Ich habe versucht die Liste in Kategorien einzuteilen, da nicht alles für alle relevant ist. Darüber hinaus werde ich die Liste updaten, falls ich auf neue Tipps & Tricks stosse. Falls ihr noch welche habt, dann lasst es mich bitte in den Kommentaren wissen.

lebensmittel

Lebensmittel

In der Schweiz gibt es verschiedene Supermärkte, in denen man Lebensmittel kaufen gehen kann. Darunter sind sicherlich die grössten und alteingesessenen: Coop und die Migros. Diese bieten sehr gute Qualität, sind jedoch auch wirklich nicht ganz günstig. Hier meine Tipps zum Sparen beim Einkauf:

  1. Für die Grundnahrungsmittel zum Discounter: Beim Einkauf der Grundnahrungsmittel gibt es Konkurrenz, die preislich einfach deutlich attraktiver ist. Hier sind vor allem Aldi Suisse und Lidl Suisse aus dem benachbarten Deutschland zu nennen, aber genauso auch Denner bietet als Discounter gute Qualität bei dem Grundbedarf und das eben günstiger. Gefühlt werden die Discounter von den Schweizern noch etwas belächelt oder nicht sehr gerne aufgesucht. Wer aber z.B. aus Deutschland kommt wird damit vermutlich kein Problem haben.
  2. Einkaufen im Ausland: Ein beliebter Trick der Bewohner in Grenznähe ist einfach für einen Einkauf über die Grenze zu fahren und dort einzukaufen. Hier ist mit Sicherheit die grösste Ersparnis zu holen, jedoch ist es nicht für jeden möglich und auch mit einigen Regularien bzgl. von Einfuhrhöchstgrenzen verbunden. Für all dies werde ich nochmal einen eigenen Artikel schreiben.
  3. Einkaufen nach 17 Uhr: Nach etwa 17 Uhr fangen dir Mitarbeiter in den Supermärkten an mit ihren Rabattaufklebern durch den Laden zu laufen und viele verderbliche Waren, wie etwa Salat, teils deutlich (30%-50%) reduziert anzubieten. Daher ist dies, genauso wie der Samstag, ein guter Zeit um den Einkauf zu tätigen und etwas zu sparen. Also Augen offen halten nach den Aufklebern.
  4. Krummes Gemüse kaufen: Bei dem Supermarkt Coop lässt sich teils Food Waste vermeiden und arg günstig Gemüse kaufen. Unter der Marke Ünique kann man dort je nach Region und Markt häufig Gemüse kaufen, dass nicht der Norm entspricht, aber ansonsten völlig in Ordnung ist. Bei unserem Coop in Zürich etwa Rübli (Karotten) und Kartoffeln. Dabei kosten diese dann wirklich fast nichts mehr. Finde ich doppelt toll.
  5. Treuekarten: Die beiden grossen Ketten Coop und Migros bieten mit ihren Treuekarten häufig attraktive Rabatte auf diverse Produkte (häufiger 50+) an. Bei Coop ist es die Coop Supercard und bei Migros ist es die Cumulus Karte. Dazu sammelt man bei jedem Einkauf Punkte, die sich dann in Prämien oder dergleichen umtauschen lassen.

restaurant

Essen gehen / Essen bestellen

Essen gehen ist grundsätzlich recht teuer in der Schweiz und vielleicht ist es bisher nur ein Gefühl, aber es wird auch deutlich weniger häufig essen gegangen als in anderen Ländern. Ich denke es sind meist zumindest teilweise besondere Anlässe zu denen man ausgeht zum essen. Bestellt wird schon wieder etwas häufiger, aber auch das ist seltener, als ich es kenne. Mit folgenden Tipps ist es aber dennoch etwas günstiger.

  1. (Bestellen) Rabattaktionen bei Onlinediensten: Ich nutze primär die beiden grössten Onlinedienste eat.ch und Uber Eats. Bei diesen gibt es immer wieder super Rabattaktionen, mit denen ich eig. immer bestelle. TIPP: Wer den Gutschein eats-nilst98hui benutzt bekommt 25 CHF Rabatt auf die erste Bestellung bei Uber Eats.
  2.   (50% Sparen beim Ausgehen): Wer häufiger zu zweit ausgeht und etwas in der Stadt erleben will dem sei das Prozentbuch empfohlen. Dort gibt es viele verschiedene Restaurants, Cafés, Museen und auch Clubs und Cocktailbars, wo es 2 für 1 Angebote gibt. Für einen Urlaub ist es sicherlich zu teuer, aber ansonsten hat man den Preis für das Buch schon meist bereits nach dem zweiten Besuch wieder raus. Das Buch gibt es für Zürich, Bern, Luzern und Basel.
  3. Übriggebliebenes Günstig Kaufen: Ein weiterer Tipp um Food Waste zu vermeiden und gleichzeitig etwas Geld zu sparen ist die App TooGoodToGo. Diese geniale App erlaubt es auf einfache Art und Weise Restaurants, Imbisse, etc. in der Umgebung zu finden, die Lebensmittel eigentlich wegschmeissen müssen, da sie sonst ablaufen. Anstelle davon kann man diese meist stark rabattiert kaufen.

konsumgueter

Konsumgüter

Die allermeisten Güter in der Schweiz sind (deutlich) teurer, als sie es im benachbarten Ausland sind, daher gilt es auch hier zu schauen, ob es nicht doch Möglichkeiten gibt angemessene Preise zu bezahlen. Es gibt erfreulicherweise übrigens eine Ausnahme dieser Regel und das ist Elektronik. Diese ist häufig ähnlich teuer oder sogar günstiger.

  1. Einkaufen im Ausland: Auch hier lohnt es sich teils erheblich über die Grenze zu fahren und dort Konsumgüter zu kaufen, da es einfach erheblich günstiger ist. Bis zu einem Nettowarenwert von 300 CHF bleiben die Güter sogar Umsatzsteuer frei. Hierfür sollte man sich aber nochmal genau auf der Seite des Zolls informieren. Dazu kommt noch die Tatsache, dass man sich ab einem bestimmten Einkaufswert von grenznahen Händlern eine Bestätigung über den Einkauf aushändigen lassen kann und diese bei der Einreise in der Schweiz vorlegen kann. Dadurch erhält man die Differenz der Mehrwertsteuer zurück und kann nochmal etwa 10% sparen. Notiz: Der Prozess ist nicht ganz so einfach, aber auch nicht sehr kompliziert. Meist wird das Geld nicht ausgezahlt, sondern man kann es das nächste Mal wenn man auf der anderen Seite der Grenze einkaufen geht mit seinem Einkauf verrechnen. Dies ist der am wenigsten Aufwändige Prozess.
  2. (Besonderheit) Einkaufen bei Amazon im Ausland: Die Europäischen Nachbarn: Deutschland, Frankreich und Italien haben alle eigene Amazon Standorte, welche ungewöhnlicherweise mit vielen Produkten auch die Schweiz beliefern. Dies ist bei ausländischen Shops häufig aufgrund der Zollbestimmungen nicht möglich. Amazon geht hier aufgrund einer Kooperation mit der Schweizer Post einen Sonderweg. Die Versandkosten sind zwar häufig etwas höher, jedoch zieht Amazon hier direkt die Mehrwertsteuerdifferenz ab, sodass die Produkte am Ende noch einmal 5-10% günstiger werden. Die Pakete sind meist auch innerhalb von wenigen Tag vor der Haustüre.
  3. Schnäppchen Seiten nutzen: Auch in der Schweiz gibt es zahlreiche Schnäppchen Seiten, die teils etwas fragwürdige und teils wirklich sehr gute Deals anzubieten haben. Ich verfolge diese regelmässig und habe schon das eine oder andere gute Geschäft machen können. Meine Favoriten sind:
    1. https://www.preispirat.ch/ – hier gibt es von der Community über die ganze Schweiz verteilte Deals, die alles mögliche umfassen.
    2. https://www.qoqa.ch/de – Bei QoQa gibt es auch verschiedene Kategorien, zu denen es meist ein begrenztes Kontingent gibt, dass man dann aber günstiger erstehen kann.
    3. https://www.daydeal.ch/ – Ähnlich wie QoQa, aber noch etwas spezifischer und täglich eine andere Kategorie an Produkten. Auch dort findet man häufiger mal gute Angebote.
  4. Kein Kauf ohne Preisvergleich: Wenn ich etwas im Internet kaufe und eigentlich schon recht genau weiss, was es sein soll, dann tätige ich eigentlich keinen Kauf mehr, ohne vorher eine Preisvergleichsseite genutzt zu haben. Hierbei ist die grösste in der Schweiz sicher: https://www.toppreise.ch/de. Hier ist sicher unter anderem der Preisverlauf sehr interessant. Dort sollte man immer mal schauen, ob es ein guter Zeitpunkt zum Kauf zu sein scheint.

krankenversicherung

Krankenversicherung

Das System der Krankenkassen in der in der Schweiz ist etwas anders, als in anderen Ländern. Für diejenigen, die noch nicht wissen, wie es genau funktioniert werde ich noch in einem anderem Artikel erklären. Grundsätzlich lässt sich aber zumindest bei der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) einiges sparen. Natürlich ist den Zusatzversicherungen möglich, dort ist es aber etwas komplizierter. Bei der OKP sind die Leistungen sehr einheitlich geregelt.

  1. Wette auf die eigene Gesundheit: Der Preis der OKP Prämie richtet sich primär nach der Franchise, also dem Teil der jährlichen Gesundheitskosten, den man bereits ist vollumfänglich selbst zu zahlen, bis die Krankenkasse anfängt sich an den Kosten zu beteiligen. Ist man gesund und glaubt, dass man selten bis garnicht innerhalb eines Jahres zum Arzt muss, so kann es sich lohnen, die Franchise so hoch wie möglich zu wählen und so monatliche kosten zu sparen.
  2. Eine günstige Krankenkasse wählen: Die Leistungen der OKP Versicherung sind, bis auf einige Eigenheiten, bei allen Krankenkassen sehr ähnlich, wenn man sich für das Standardmodell entscheidet. Daher kann man sich allein vom Umfang der Leistungen sicherlich getrost an die günstigste Krankenkasse wenden. Sicherlich gibt es noch Unterschiede im Service und dergleichen. Services, wie Comparis helfen hier eine günstige und zuverlässige Kasse auszuwählen.
  3. Alternatives Modell wählen: Am wirklich allergünstigsten ist die OKP möglich, wenn man sich für ein alternatives Modell entscheidet. Darunter zählen etwa Telemedizin, das Hausarzt Modell oder ein HMO Modell. Dabei verpflichtet man sich meist den ersten Kontakt über einen bestimmten Kanal oder über einen bestimmten Arzt herzustellen, aber erhält dadurch möglicherweise Rabatte um bis zu 30%. Zumindest sollte man sich dieses Modell auch einmal anschauen.

finanzen

Bankkonto / Finanzen

Für Bankkonten heutzutage noch Geld zu bezahlen erschliesst sich mir wirklich nur unter besonderen Umständen. Wenn ich einen besonderen Service bekomme, dann wäre ich sehr wohl bereit Geld zu zahlen, aber bei den meisten Banken gibt es heute weniger Service für mehr Geld. Das allergünstige Privatkonto der Postfinance kostet beispielsweise satte 5 CHF im Monat, wenn man nicht ein Anlagevermögen von mindestens 25.000 CHF dort hat. Das finde ich schon happig. Eine kostenlose Kreditkarte gibt es nicht und der Bargeldbezug kostet auch noch Geld. Ohne mich.

  1. Kostenloses Smartphone Konto: Ich selbst benutze gar drei verschiedene Bankkonten und allesamt sind es Smartphone Konten.
    1. Revolut: Wer es noch nicht kennt, dem sei Revolut aus Grossbritannien ans Herz gelegt. Wer häufiger mal im Ausland unterwegs ist kriegt damit beste Wechselkurse und viele Funktionen, die andere Banken nicht einmal in der höchsten Ausbaustufe haben. Man bekommt kostenlos ein Prepaid Kreditkarte und kann diese dann mit einem anderem Konto aufladen. Einfach mal anschauen, ihr werdet es nicht bereuen.
    2. Neon: Bei Neon handelt es sich um ein Schweizer Fintech Startup, dass auch ein kostenloses Konto inklusive EC- und Kreditkarte anbietet. Hier bekommt auch ein kostenloses Konto und viele weitere extra Features. Die Umrechnungskurse sind mit die besten in der Schweiz. Mit dem CODE: KXBM49 erhaltet ihr 10 CHF Startguthaben.
    3. ZAK: Mein Favorit für das alltäglich ist jedoch das ZAK Konto der Schweizer Bank CLER. Dies ist eine Art Start Up aus einer bestehenden Bank heraus. Auch wieder alles komplett kostenlos. Apple Pay Integration und mein Lieblingsfeature: eigene Unterkonten in Form von “Töpfen”. Einfach mal anschauen. Mit dem CODE: 1QKGZ6 erhaltet ihr 25 CHF Startguthaben.
  2. Günstig Geld ins Ausland schicken: Die allermeisten Finanzinstitute verlangen eine heftige Gebühr für einen Auslandsgeldtransfer. Diese zeigt sich meist in Form eines sehr schlechten Umrechnungskurses oder einer einmaligen Gebühr. Auch diese Gebühren sind heute meist unberechtigt und sehr leicht zu vermeiden. Mein am häufigsten benutzter Service in dieser Richtung nennt sich Transferwise. Dabei handelt es sich auch um eine App, mit der man in wenigen Schritten Geld in zig verschiedene Währungen zu absolut super günstigen Konditionen verschicken kann.

Fazit:

Auch in der ach so teuren Schweiz gibt es viele Möglichkeiten, ohne einen enormen Aufwand zu betreiben einiges an Geld zu sparen. Auch, wenn die Löhne hier um einiges höher sind, als im Ausland, so muss man das Geld ja nicht zum Fenster hinauswerfen und kann es lieber für etwas benutzen, dass man auch gerne machen möchte.

Ich hoffe der Guide hat euch ein wenig geholfen. Ich werde ihn immer wieder mal mit neuen Tipps updaten, wenn mir etwas spannendes unterkommt. Falls ihr noch gute Tricks habt, dann lasst es mich in den Kommentaren wissen. 🙂

Bilder:
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